Münster 2025

"Varus gib mir meine Legionen zurück" Teil 1
Wir sind auf dem Weg nach Münster aber zuvor müssen wir natürlich einen Stop in unserem Lieblings Museum , "der Varusschlacht" machen. Wir sind jetzt schon zum fünften Mal hier und immer wieder begeistert. 2018 wurde hier eine römische Rüstung gefunden die einzigartig auf der ganzen Welt ist. Sie beweist einmal mehr, das es sich hier um den Ort der berühmten Schlacht handelt die vor über 2000 Jahren ROM in seine Schranken wies und als Sinnbild für den germanischen Freiheitsgedankem steht. Soweit so gut. Für die einen ist es ein Sieg gegen die Unterdrückung, für die anderen der gescheiterte Versuch einem Haufen Barbaren die Zivilisation zu bringen. Naja, aus uns ist ja Gottseidank auch ohne Roms Zutun auch noch etwas brauchbares geworden. Wir werden uns die Nächsten Tage noch eindringlich mit diesem Konflikt beschäftigen. Gestern und heute haben wir uns aber ganz der Stadt Münster gewidmet. Auch hier wurde Geschichte geschrieben.In den Wirren der Reformation gründete sich hier ein Sekte "Die Wiedertäufer" genannt weder katholisch noch reformatorisch, wollten hier ihre Anhänger ein neues Jerusalem ausrufen. Das zog natürlich den Unmut der Kirche auf sich und ihre Anführer wurden hier grausam hingerichtet und zur Schau gestellt. Ihre Käfige kann man heute noch als Warnung an der Lamberti Kirche sehen.Aber auch das Ende des 30 jährigen Krieges wurde hier besiegelt. Im Friedenssaal der Rathauses von Münster ging das Ende des Konfessionskrieges als "Westfälischer Frieden" In die Geschichtsbücher ein. Eine sehr sehr schöne Stadt muss ich ganz ehrlich sagen. Morgen geht es dann mit unserem eigentlichen Ziel weiter, dem Konflikt zwischen Römern und Germanen, wir fahren Haltern. Bleibt wie immer gespannt.
"Varus gib die Legionen zurück" Teil 2
Soll Augustus gesagt haben, als er vom Ausgang der Schlacht hörte, die Rom so schwer getroffen hat. Wir sind im Römerlager Alisio, dem heutigen Haltern. Hier war eine der 3 Legionen stationiert die Varus dem Untergang weihte. Die XIX um genau zu sein. Die beiden anderen Legionen kamen aus dem benachbarten Xanten. Haltern galt vor 2000 Jahren als wichtigster Stützpunkt Roms in Germanien. Von hier aus versuchte Varus das rechte Rheinufer zu erobern und Germanien zu unterwerfen. Ein wirklich tolles modernes Museum mit vielen Sachen zum ausprobieren und anfassen. Ich mag sowas mehr als nur Funde in irgendwelchen Vitrinen. Toll tol sag ich da nur. Das Wetter war heute fantastisch und so nutzen wir die zweite Hälfte des Tages um eine der zahlreichen Burgen zu besuchen. Es gibt wirklich unzählige Schlösser und Burgen hier. Eine von ihnen ist die Wasserburg Vischering. Wirklich eine sehr malerisch gelegen Anlage. Zum Ausklang eines schönes Tages wurde noch mal ordentlich indisch diniert. Morgen beleuchten wir dann mal die Varusschlacht aus Sicht der Sieger.
"Und zu Ehren der Geschichten tat ein Denkmal man errichten"
So ist das in der Geschichte, dem Sieger wird ein Denkmal gebaut und der Verlierer hat das Nachsehen. Nun gut Rom hat weiß Gott genug Denkmäler. Für "Deutschlands Kraft und Einigkeit" steht auf dem Schwert des Arminius, hier zu Lande kennt man ihn als Hermann den Cherusker. Leider war es mit der Einigkeit der germanischen Stämme schon kurz nach der siegreichen Schlacht auch schon zu Ende. Arminius krönte sich selbst zum König aller Germanen und wurde auch so gleich von seiner eigenen Familie ermordet. Es hat fast 2000 Jahre gedauert bis wir zu einem Volk zusammen gewachsen sind und bis dahin hat uns auch immer nur eine kriegerische Handlung geeint. Das sollte uns zu denken geben.Nichts desto Trotz der Freiheitswille sollte jedem Volk gegeben sein. Und auch einen übermächtigen Gegner kann man bezwingen, wenn man zusammenhält, das lehrt uns diese Schlacht.2. Teil"Ein germanisches Heiligtum"Von jeher glaubten die Germanen ihre Götter in Wäldern,mächtigen Bäumen, Seen, Mooren oder auch Steinen zu finden. Eines der bedeutendsten sind die Externsteine, eine natürliche Felsformation auf der wohl einst die mächtige Irminsul stand.Nach dem gescheiterten Versuch der Römer das rechte Rheinufer zu Zivilisieren und später zu Christianisieren, (schönes Wort), schickte sich Karl der Große im 9 Jh. an einen neuen Versuch zu wagen die heidnischen Sachsen vom rechten Glauben zu überzeugen. Er ließ die Irminsul fällen und zerstören. Der erhoffte Erfolg blieb erstmal aus. Erst als 4000 Sachsen ihr Leben ließen, wurde der heidnische Glaube in die Knie gezwungen. An ihrer Mythischen Aura haben die Externsteine aber an nichts eingebüßt. Hier schließt sich nun der Kreis unseres kleinen Ausflugs in die spannende Geschichte zwischen Römern Und Germanen. Beide Seiten sind natürlich viel Komplexer als das ich es hier in ein paar Worten wiedergeben könnte.
